“Netzwerk” von Hans Kupelwieser

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Ausgehend davon, dass das Mediencenter einen Knoten im weitläufigen Informationsnetzwerk darstellt,
verschränkt der konzeptuell arbeitende Künstler Hans Kupelwieser globales Denken mit regionalen Strukturen.

Reale, virtuelle und mediale Kommunikation und Erweiterung unserer Horizonte sind für uns alltäglich
gewordenund werden in dieser Arbeit widergespiegelt:

Ausgehend von lokalen Organismen wählt Kupelwieser die Birke als Baumaterial. Erstmals experimentiert
und arbeitet Kupelwieser mit diesem, für ihn neuen Material und Energieträger, mit unbearbeitetem Holz.
Das reale und langsame Wachstum und die reifende Entwicklung des Baumes, der für Verbundenheit,
Sicherheit, Verankerung steht, ist Kupelwieser ebenso wichtig, wie ihn seiner natürlichen Erscheinungsform
gleichzeitig zu entheben: Stämme und Äste werden in ihrer gewachsenen Unregelmäßigkeit zu einem
wandüberspannenden Netzwerk zusammengebaut, das in einigem Abstand in seiner Dreidimensionalität
die Auslotung des Raumes andeutet. Damit sprengt er die Fläche underobert ein Stück des Raumes. Die
besondere Ästhetik und Struktur des Birkenholzes, sein Geruch, die veränderliche Haltbarkeit des Materials
sind Qualitäten und Charakteristika, die bewusst genutzt werden.

Neben diesem langsamen Entwicklungsprozess des Wachstums in der Natur, dem als Kommunikationsform das
unmittelbare Gespräch und als Bewegung das Gehen zugeordnet werden können, sind dieser Arbeit aber auch
virtuelle Netzstrukturen, die keiner körperlichen Präsenz mehr bedürfen, sondern über die gesamte Welt in
Sekundenschnelle entwickelt und genutzt werden können, eingeschrieben.

Die Faktoren Zeit, Strukturwandel und Kommunikationsformen, die gleichermaßen organisch und technoid
aufeinander einwirken, sind also von großer Bedeutung und das NETZWERKsteht als Signet für alle Netzwerke
und Informationsflüsse. Dabei kann es sich um zwischenmenschliche, aber auch um vom Datenhighway
beeinflusste Gespräche, Verbindungen, Kommunikationsstrukturen und Vermittlung handeln.

Als ein Knoten innerhalb dieser Landschaft wird Schladming damit als essentieller Ort des Zusammentreffens
ausgewiesen.

Der Künstler:

Der Skulpturenbegriff des 1948 in Lunz am See (NÖ) geborenen und in Wien lebenden Bildhauers Hans Kupelwieser
entwickelt sich zu Beginn an der Hochschule für angewandte Kunst, wo er bei den Kunst- und Medientheoretikern
Bazon Brock und Peter Weibel studierte.

Ein Charakteristikum seiner Arbeiten definiert sich ausgehend von seinem multiplen Denkansatz in der Verwendung
unterschiedlichster Materialien, Medien und Funktionen. So arbeitet er mit dem Fotogramm und der Fotografie
ebenso, wie er das Thema der Möbelskulpturen aufgreift, er beschäftigt sich mit Schrift wie mit digitalen Medien
oder Computeranimation, formuliert seine Arbeiten in Papier, Metall, Kunststoff, Gummi, Glas, Folien, Beton oder
spiegelndem Metall wie in dieser Arbeit mit Holz.